Charly Kowalczyk

Aktuelles

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09.12.2016

"Plötzlich wuchsen Schorsch Brüste"

Medikamententests an Männern mit geistiger Behinderung

von Charly Kowalczyk / DLF und SWR

Regie: Heide Schwochow

Sendetermine:

Deutschlandfunk, 13. Dezember 2016, 19.15 Uhr (43.50 Minuten)

SWR 2, 15. Februar 2017, 22.03 Uhr (54.23 Minuten)

Pressetext

Anfang der 70er-Jahre stellte der Ersatzdienstleistende Gebhard Stein im badischen Epilepsiezentrum der Diakonie Kork häufig die Medikamente für den nächsten Tag zusammen. Ihm fiel auf, dass ein Jugendlicher täglich eine Pille ohne Arzneimittelnamen bekam. Nur der Name eines großen Pharmakonzerns und eine Nummer standen auf der Medikamentenpackung. Damals behaupteten die Ärzte und Pfleger in Kork, dass man bei Schorsch den Sexualtrieb hemmen müsse. Der Autor geht in seinen Recherchen den Erinnerungen des Ersatzdienstleistenden nach. Was geschah in Kork und vielleicht auch anderswo? Wurden junge, behinderte Männer Versuchskaninchen eines Pharmakonzerns? Wie reagiert die diakonische Einrichtung in Kork auf den Vorwurf? Und nicht zuletzt: Haben Menschen mit geistiger Behinderung heute ein sexuelles Selbstbestimmungsrecht?

 

http://www.deutschlandfunk.de/medikamententests-geistig-behinderte-menschen-als.1247.de.html?dram:article_id=371099

30.11.2016

Der (Alp-)Traum vom Wohnen in Gemeinschaft

Oder: Wenn Eltern sich verwirklichen

Von Charly Kowalczyk

Regie: Friederike Wigger

 

Sendetermine:

NDR Info, 31. Juli 2016, 11.05 - 12.00 Uhr

rbb Kulturradio, 21. August 2016, 14.04 - 15.00 Uhr

Pressetext

"Mein Zimmer ist winzig, das finde ich schrecklich", mault Toni, 12. Auch Dario, 15, findet die Idee seiner Eltern mit dem "Leben in der Gemeinschaft" verzichtbar. "Schade", sagen Gilda, 54, selbstständige Stimmtherapeutin und Uwe, 55, Sozialarbeiter in einem Kinderheim. "Aber wir machen es trotzdem". Sie wollen gemeinsam mit den Kindern ihren Traum verwirklichen: Leben in einem Wohnprojekt. Und weil die Kinder in einigen Jahren aus dem Haus sein werden, möchte das Paar mit anderen Menschen zusammen sein, gemeinsam etwas erleben, nicht allein sein. Wenn es auf der Baustelle in Werder/Havel gut vorangeht, ziehen sie als eine der ersten Familien in die ehemalige Likörfabrik mit eigenem Bootssteg, Badestelle und Gemeinschaftsräumen ein. Aber sie wissen nicht, wie lange sie das finanziell stemmen werden. Der Druck lastet auf ihnen. So wie die Ablehnung der Kinder, die nicht in die Kleinstadt wollen.

Zur Seite des NDR

27.10.2016

ARD Radiofeature

Ein Feature über hoch qualifizierte Menschen

Sendezeiten siehe:

http://www.ard.de/home/radio/Schwer_behindert/3377616/index.html

Pressetext

Die Arbeitslosigkeit von Schwerbehinderten bleibt hoch, obwohl sich die Lage am Arbeitsmarkt insgesamt verbessert und Unternehmen über Fachkräftemangel klagen. Doch ein Viertel aller beschäftigungspflichtigen Betriebe weigert sich, Menschen mit Behinderungen einzustellen und zahlt stattdessen lieber die vom Gesetzgeber verordneten Ausgleichsabgaben. In Bewerbungsverfahren, besonders für Stellen in Leitungsfunktionen, werden Behinderte häufig ausgebremst. Immer wieder vermitteln Arbeitsagenturen und Jobcenter hoch qualifizierte Schwerbehinderte allenfalls an Behinderteneinrichtungen oder in Computerkurse, nicht jedoch auf Stellen, die ihren Fähigkeiten entsprechen. Und dies obwohl Deutschland 2007 als einer der ersten Staaten die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet hat, die Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen, auch im Arbeitsleben, verbietet.

Produktion: Saarländischer Rundfunk 2016

23.08.2016

Zum Nachhören

Samstag, 27.8.2016, 8.30 - 9.00 Uhr

SWR 2 Wissen

Menschenversuche - Wie viel Skrupel braucht die Forschung?

Eva Schindele / Charly Kowalczyk / Produktion 2015

Darf man Ebola-Patienten mit ungetesteten Medikamenten behandeln? Darf man Gesund mit nicht erprobten Wirkstoffen impfen? Die Weltgesundheitsorganisation hat diese Schritte im Kampf gegen die Epidemie empfohlen. Normalerweise werden Arzneimittel nur zugelassen, wenn sie auf Verträglichkeit und Nutzen geprüft worden sind. Pharmafirmen weichen für diese Arzneimittelprüfungen zunehmend nach Russland, in die Ukraine oder Indien aus. Das Risiko tragen dabei die Probanden, die oft nur mitmachen, weil sie sich sonst keine Gesundheitsversorgung leisten können. Seit jeher dienen Abhängige, Arme und Behinderte als menschliche Versuchskaninchen: Nazi-Ärzte nutzten KZ-Häftlinge für ihre grausamen Experimente. Amerikanische und russische Forscher testeten die Folgen von Radioaktivität an Unwissenden, und eine schweizer Pharmafirma erprobte ihre Antidepressiva an Heimkindern.

Link

23.08.2016

Diskussion auf der dokka in Karlsruhe

am 25. Mai um 17 Uhr in der Kinemathek

In Karlsruhe wird mein DLF/BR/WDR Feature nominiert:

Ich will ein Geständnis

Medikamentenversuche an Kindern in der Schweiz

Zum Programm

30.03.2016

Zum Nachhören:

Verdingkinder in der Schweiz - 15.02.2016: "Halts Maul, du lügst"

Von Charly Kowalczyk

Hunderttausende Waisen- und Scheidungskinder, uneheliche und "milieugeschädigte" Kinder wurden in der Schweiz "verdingt" und auf Bauernhöfen teilweise wie Sklaven gehalten. Einige wurden misshandelt und missbraucht.
Nach der Sendung hier zum Download.

 

Audio WDR 5 Dok 5 - Das Feature: Verdingkinder in der Schweiz - "Halts Maul, du lügst" | WDR 5 Dok 5 - Das Feature (15.02.2016)

29.01.2016

Donnerstag, den 28. Januar 2016

Einladung zum Gesprächsabend zu DDR-Heimkindern im Rathaus in Bad Freienwalde

FRAKTION BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
IM BRANDENBURGER LANDTAG

 

Bis Ende der 80er Jahre befand sich in Bad Freienwalde in einem ehemaligen preußischen Gefängnis ein Durchgangsheim für Kinder und Jugendliche. Auf einem Gesprächsabend wollen wir mit ehemaligen Insassen des Durchgangsheims sowie des DDR-Jugendwerkhofs in Torgau, mit weiteren Betroffenen, mit Experten und Interessierten über das DDR-System von Spezialheimen ins Gespräch kommen und dabei auch die Frage diskutieren, was es heute noch zu tun gibt.

 

Zu diesem Gespräch am 28. Januar 2016, ab 18 Uhr im Rathaus Bad Freienwalde, Karl-Marx-Straße 1, 16259 Bad Freienwalde (Oder), laden wir Sie herzlich ein.

 

Programm

·         Begrüßung & Moderation: Heide Schinowsky (MdL), Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Brandenburger Landtag

·         Einstieg ins Thema mit einer Kurzfassung des Deutschlandfunk-Features „Kinderleben in einem preußischen Gefängnis“ von Charly Kowalczyk.

·         Referat von Dr. Christian Sachse: Überblick über DDR-Spezialheime.

·         Roland Herrmann, ehemaliger Insasse u. a. des Durchgangsheims Bad Freienwalde berichtet von seinen Erfahrungen und stellt den Verein „Kindergefängnis Bad Freienwalde“ vor.

·         Kathrin Begoin erzählt von ihren Erlebnissen im geschlossenen DDR-Jugendwerkshof Torgau und trägt Lieder vor, in denen ihre Erfahrungen und die anderer Betroffener eingeflossen sind.

·         Podiumsdiskussion und Gespräch mit dem Publikum u. a. zur heutigen Situation der Betroffenen und zum Stand der Aufarbeitung. Thematisiert wird auch das Anliegen ehemaliger Insassen von Bad Freienwalde, eine Gedenktafel zur Erinnerung an das Leid im Durchgangsheim anzubringen.

·         Ausklang mit Getränken und Imbiss.

 

Anwesend sein wird auch die Autorin Grit Poppe. Romane von ihr, die basierend auf Gesprächen mit Betroffenen entstanden sind, können an dem Abend erworben werden. Der Erlös wird für die Gedenktafel eingesetzt.

Zu unseren Gästen zählen zudem zwei MitarbeiterInnen der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur Ulrike Poppe, die mit Informationen und für Nachfragen bereitstehen.

 

Wir bitten um Anmeldung bis zum 25. Januar 2016 unter veranstaltung(at)gruene-fraktion.brandenburg(dot)de, per Fax an (0331) 966 1702 oder telefonisch unter (0331) 966 1777.

19.01.2016

Zum Nachhören:

Sonntag, 17. Januar 2017, 14.04 Uhr, rbb Kulturradio

Das Ehebruchskind

Die Geschichte um ein Millionenerbe

Regie: Friederike Wigger

Produktion: NDR, 2014

 

Pressetext

Domenica ist ein Wunschkind. Obwohl ihre Eltern mit anderen Partnern verheiratet sind und Kinder haben, lieben sie sich neun Jahre lang. Als das Mädchen vier Jahre alt ist, geht der Vater. Der Schweizer Fabrikant will von seiner unehelichen Tochter nichts mehr wissen. Für die Mutter, eine Dolmetscherin aus Hamburg, ist Domenica Ausdruck ihrer enttäuschten Liebe. Während die Eltern vor Gericht um Vaterschaft und Unterhalt streiten, bleibt ein einsames Kind zurück. Der Vater will verhindern, dass Domenica einen Teil seines Vermögens erbt. Als er 2004 stirbt, hinterlässt er ein Millionenerbe. Die Schweizer Familie teilt es unter sich auf. Acht Jahre später beginnt die heute 50-jährige Domenica zu kämpfen, erhebt Klage gegen ihre Halbschwester, fordert die Gleichbehandlung von ehelichen und nichtehelichen Kindern und einen Anteil an den Hinterlassenschaften ihres Vaters. Domenica ist entschlossen, bis zur letzten Instanz zu gehen, wenn nötig bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

08.01.2016

Bremer Hörkino geht 2016 ins zwölfte Jahr

Die Veranstaltungsreihe beginnt die Hörsaison am 3. Februar mit einem Feature von Maike Hildebrand: "Remco, der Transmann. Protokoll eines Wandels." Produziert wurde das Stück vom DLF/NDR 2015.

http://www.bremer-hoerkino.de/

08.01.2016

Artikel auf der Webseite von SRF,

Schweizer Rundfunk/Fernsehen

Menschenversuche in Münsterlingen: Wer kommt für die Folgen auf?

von Charly Kowalczyk

 

Als Entdecker des Antidepressivums war der Psychiater Roland Kuhn hoch angesehen. Jetzt steht der Verstorbene in Verdacht, an ahnungslosen Patienten und Heimkindern Medikamente getestet zu haben. Wie war das möglich? Werden Opfer entschädigt? Ein Betroffener und ein Nachfolger Kuhns äussern sich.

 

Ein Glas mit Pillen darin Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gelbe und weisse Pillen – so, wie die, die sie jahrelang schlucken mussten, berichtet ein ehemaliges Heimkind. Imago

Wir treffen uns an einer Bushaltestelle in der Ostschweiz, einige Kilometer oberhalb von St. Gallen. Guido Stierli holt mich mit seinem Lieferwagen ab. Der selbstständige Mittfünfziger heisst eigentlich anders. Er möchte anonym bleiben, aus Furcht Kunden zu verlieren, wenn seine Vergangenheit als Heimkind und medizinisches Versuchskaninchen bekannt werden würde.

Niemand kümmerte sich um die Langzeitfolgen

Sechs Jahre verbrachte Guido Stierli im katholischen Kinderheim im Kloster Fischingen, bis Ende der 1970er-Jahre. Einmal in der Woche wurden er und andere Kinder in die nahe gelegene psychiatrische Klinik nach Münsterlingen gefahren.

Es seien nur Kinder gewesen, deren Eltern nicht in der Lage waren, sich für sie einzusetzen. Jahrelang mussten sie Tabletten schlucken, Psychopharmaka. «Wir haben die gelben und weissen Pillen nicht unter dem Tisch verschwinden lassen können», sagt Stierli heute, «darauf haben die Nonnen sehr genau geachtet.»

Mit Folgen für sein Leben: «Wenn ich eine Kopfwehattacke habe, ist mir alles gleich, was rundherum passiert. Ich fahre zum Beispiel Auto und sehe eine Menschengruppe. Es ist brutal, dass ich das jetzt sage: Aber mir ist völlig egal, wenn ich diese Menschengruppe umfahren würde. Ich fühle einen so starken Schmerz, bin so apathisch», erzählt Stierli. Auch andere Heimzöglinge, an denen in Münsterlingen Medikamente getestet wurden, leiden bis heute an Kopfschmerzen, Panikattacken, Bluthochdruck und anderem.

Ethische Kriterien interessierten nicht

Stierli weiss erst seit einem Jahr von den Arzneimitteltests, die an ihm durchgeführt wurden. Er fand Hinweise in Akten des Kinderheims. Das hätte ihn regelrecht umgehauen. Erst jetzt könne er sich seine Kopfschmerzen erklären.

Hier, in diesem Container, wo er seine Waren lagert und wir uns zum Gespräch treffen, schreit Stierli seine Wut heraus. Die Pillen seien von Ciba-Geigy gewesen. «Keine Entschuldigung, keine Entschädigung, nichts.» Obwohl Novartis bis heute Milliarden an den Antidepressiva verdiente, die sie auch an ihm getestet hätten.

Damals gab es zwar noch kein Humanforschungsgesetz oder Ethikkommissionen. Doch es gab längst ethische Richtlinien für Ärzte und Wissenschaftler: den «Nürnberger Kodex» von 1947, später auch die Deklarationen von Helsinki (1964) und Tokio (1975), beschlossen vom Weltärzteverband. Ohne «volle Aufklärung und freiwillige Zustimmung der Versuchspersonen» sollte kein Arzt Medikamente testen. Doch weder Roland Kuhn noch die Pharmafirmen hielten sich daran – und auch nicht die kantonalen Behörden im Thurgau.

 
Die Macht unkritischer Mediziner

Als zweites bin ich mit Karl Studer in seiner Praxis in Kreuzlingen am Bodensee verabredet. Der Psychiater und Psychotherapeut war als Klinikdirektor in Münsterlingen Nachfolger des 2005 verstorbenen Roland Kuhn. Er hat die Arzneimittel-Experimente seines Vorgängers nie in Frage gestellt.

Ihn interessierte nur das Ergebnis von Kuhns Menschenversuchen: «Seitdem die Psychopharmaka existieren, sind die Kliniken leer geworden. Ich habe meine Klinik angetroffen mit 530 Patienten, 1980. Als ich pensioniert wurde, 2006, waren es noch 200. Mit den Psychopharmaka konnten viele Menschen nachher selbständig leben.»

Kann denn der Zweck die Mittel heiligen? Nein, sagt Karl Studer und lacht gequält. «Aber das hat mich nicht interessiert, wie und ob Roland Kuhn es nach den Richtlinien der Helsinki Deklaration oder nach den Richtlinien der schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaft gemacht hat. Das war seine Sache. – Wir waren froh, dass es diese Medikamente gab.»

 

Sendung zu diesem Artikel

 

Medikamentenversuche an Kindern in den 60er- und 70er-Jahren.
Passage «Ich will ein Geständnis» – Medikamentenversuche an Kindern

29.5.2015, 20:00 Uhr

In Vormundschaftsakten der psychiatrischen Klinik Münsterlingen im Kanton Thurgau finden sich Patienten-Protokolle, aus denen hervorgeht, dass in den 60er- und 70er-Jahren an Kindern Psychopharmaka getestet wurden.

 

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